Parodontitis-Behandlung

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Was ist eine Parodontitis?

Entzündetes und blutendes Zahnfleisch bei einer Parodontitis
Entzündetes und blutendes Zahnfleisch bei einer Parodontitis
Die Parodontitis ("Parodontose") ist eine entzündlich-bakterielle Erkrankung des Zahnbettes. Sie beginnt schleichend und wird oft nicht sofort bemerkt. Die ersten Anzeichen sind geschwollenes und gerötetes Zahnfleisch, häufiges Zahnfleischbluten und verstärkter Mundgeruch. Dazu kommen im Laufe der Zeit Zahnverlängerungen, Zahnwanderungen und Zahnlockerungen.

Wenn eine Parodontitis nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird, führt sie langfristig zum Verlust von Zähnen. Sie auch kann die Gesundheit gefährden und das Risiko für Herzinfarkt, Hirnschlag und andere schwerwiegende Erkrankungen erhöhen (s.u.)

Wie eine Parodontitis entsteht

Gesundes Zahnfleisch
Normalzustand: Das Zahnfleisch liegt dem Zahn eng an und der Kieferknochen ist gesund. Die sog. Parodontal-Sonde* kann nur ein bis zwei Millimeter zwischen Zahn und Zahnfleisch eingeführt werden. 
Zahnfleischentzündung
Zahnfleischentzündung: Das Zahnfleisch löst sich vom Zahn und es bildet sich eine sogenannte Zahnfleischtasche. Es blutet oft und es bilden sich harte Beläge auf der Wurzeloberfläche.
Parodontitis
Parodontitis: Die Zahnfleisch-tasche wird tiefer. Das Zahnfleisch ist geschwollen und dunkelrot. Es bilden sich noch mehr harte Beläge und der Kieferknochen beginnt sich abzubauen.
Zahnlockerung
Zahnlockerung und Zahnverlust: Der Kieferknochen ist stark abgebaut. Die Zähne scheinen länger geworden zu sein. Sie werden locker und drohen langfristig auszufallen.
* Parodontal-Sonde: Dünnes Zahnarzt-Instrument mit Millimeter-Markierungen zur Messung der Tiefe von Zahnfleischtaschen.

Parodontitis: Die Ursachen

Bakterien sind die Hauptverursacher einer Parodontitis
Bakterien sind die Hauptverursacher einer Parodontitis
Neben genetischen Faktoren (Vererbung) sind vor allem Bakterien für das Auftreten und Fortschreiten der Parodontitis verantwortlich. Deren Wachstum und das Fortschreiten der Parodontitis werden begünstigt durch:
  • unzureichende Mundhygiene und falsche Ernährung 
  • Schmutznischen an Zähnen (z.B. überstehende Füllungen) 
  • geschwächtes Immunsystem
  • anhaltender Stress
  • gestörte Darmflora durch falsche Ernährung
  • Übersäuerung des Organismus
  • Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen
  • Rauchen 
  • unregelmäßige Zahnbelastungen
Die möglichen Folgen einer Parodontitis
Die möglichen Folgen einer Parodontitis

Warum eine Parodontitis die Gesundheit gefährden kann

Das Gefährliche an der Parodontitis ist, dass sie außer zur Zerstörung des Gebisses und zu Mundgeruch auch zu schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden führen kann: 

Bakterien aus dem entzündeten Zahnbett gelangen über die Blutbahn und durch Einatmen in den Organismus, können dort zu Entzündungen teilweise lebenswichtiger Organe führen und die Gesundheit gefährden:
  • Erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Thrombosen 
  • Lungenentzündungen
  • Infektionen an (künstlichen) Gelenken
  • Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten
  • Zuckerkrankheit * 
*Quellenangabe: Deutsche Gesellschaft für Parodontologie e.V. (Herausgeber): "Parodontitis 2010 - Das Risikokompendium". Quintessenz-Verlag, Berlin u.a. 2010

Wie wir eine Parodontitis behandeln

Die konsequente und richtige Behandlung der Parodontitis besteht zunächst in der Beseitigung von Schmutznischen und Fehlbelastungen der Zähne. Daran schließt sich eine ausführliche Beratung über zahngesunde Ernährung und effektive Mundpflege an.

Erst nach einer gründlichen Vorreinigung (Professionelle Zahnreinigung) werden die Behandlungsmaßnahmen für die einzelnen Zähne (die meist unterschiedlich stark betroffen sind) festgelegt:

Diese reichen von der gründlichen Reinigung der Zahnfleischtaschen und Politur der Wurzeloberflächen bis zur künstlichen Bildung neuen Kieferknochens.
Dazu müssen zusätzliche Maßnahmen zur Stärkung des Immunsystems, zur Wiederherstellung der natürlichen Darmflora und zur Entsäuerung und Entschlackung des Organismus kommen.

In vielen Fällen sind Verhaltensänderungen erforderlich: Verbesserte Mundhygiene, Ernährungsumstellung, bessere Stressbewältigung, Einstellen des Rauchens etc. In schweren Fällen muss die Parodontitis mit speziellen desinfizierenden Methoden behandelt werden (s.u.).

Zur Gesunderhaltung des Zahnhalteapparates sind nach einer Parodontitisbehandlung regelmäßige Kontrollen und Professionelle Zahnreinigungen notwendig.

Bakterienbekämpfung ohne Antibiotika

Wirksame Beseitigung krankmachender Mund-Bakterien
Wirksame Beseitigung krankmachender Mund-Bakterien
Mit der sog. Antimikrobiellen photodynamischen Therapie (aPDT) können Bakterien, die Parodontitis und andere Entzündungen im Mund verursachen, ohne Antibiotika behandelt werden.
Damit entfallen die bei Antibiotika häufigen Nebenwirkungen.

Bei der aPDT wird ein desinfizierendes Mittel durch spezielles Licht aktiviert. Dadurch werden Bakterien abgetötet, die Entzündungen verursachen.

Häufige Fragen zur Parodontitis-Behandlung in Friedrichshafen

Woran erkenne ich eine beginnende Parodontitis?

Erste Anzeichen sind häufig geschwollenes oder gerötetes Zahnfleisch, Zahnfleischbluten beim Zähneputzen sowie verstärkter Mundgeruch. Da die Erkrankung schleichend verläuft, werden diese Symptome oft zunächst nicht ernst genommen. Im weiteren Verlauf können sich Zahnfleischtaschen bilden, Zähne scheinbar länger werden und sich schließlich lockern. Bei entsprechenden Anzeichen empfiehlt sich eine zeitnahe zahnärztliche Kontrolle.

Welche Ursachen begünstigen eine Parodontitis?

Neben einer genetischen Veranlagung sind vor allem bakterielle Beläge die Hauptursache für die Entstehung und das Fortschreiten einer Parodontitis. Begünstigt wird dies unter anderem durch unzureichende Mundhygiene, Rauchen, ein geschwächtes Immunsystem, anhaltenden Stress sowie eine unausgewogene Ernährung. Auch überstehende Füllungsränder oder unregelmäßige Zahnbelastungen können das Bakterienwachstum an bestimmten Stellen begünstigen.

Kann eine Parodontitis auch die allgemeine Gesundheit beeinträchtigen?

Ja, Bakterien aus dem entzündeten Zahnbett können über die Blutbahn in den gesamten Organismus gelangen. Fachliteratur beschreibt in diesem Zusammenhang unter anderem ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie mögliche Wechselwirkungen mit weiteren Allgemeinerkrankungen. Das unterstreicht, wie wichtig eine frühzeitige Behandlung der Parodontitis nicht nur für die Zähne, sondern für die Gesundheit insgesamt sein kann.

Wie läuft die Behandlung einer Parodontitis ab?

Zu Beginn werden Schmutznischen wie überstehende Füllungsränder beseitigt und Fehlbelastungen der Zähne korrigiert. Anschließend erfolgt in der Regel eine gründliche professionelle Zahnreinigung als Vorbereitung. Danach werden die Zahnfleischtaschen gereinigt und die Wurzeloberflächen geglättet, um die Bakterienbelastung zu reduzieren. Ergänzend beraten wir Sie zu einer zahngesunden Ernährung und einer wirksamen häuslichen Mundpflege, um den Behandlungserfolg langfristig zu unterstützen.

Was ist die antimikrobielle photodynamische Therapie (aPDT)?

Bei der aPDT wird ein desinfizierendes Mittel in die Zahnfleischtasche eingebracht und anschließend durch ein spezielles Licht aktiviert. Dadurch werden die Bakterien, die die Entzündung verursachen, gezielt abgetötet, ohne dass ein Antibiotikum eingesetzt werden muss. Das kann dazu beitragen, die für Antibiotika typischen Nebenwirkungen zu vermeiden.

Wie oft sind nach einer Parodontitis-Behandlung Kontrolltermine sinnvoll?

Um den Zahnhalteapparat langfristig gesund zu erhalten, empfehlen sich nach einer Parodontitis-Behandlung regelmäßige Nachkontrollen sowie professionelle Zahnreinigungen in individuell festgelegten Abständen. So können erneute bakterielle Beläge frühzeitig erkannt und entfernt werden, bevor sie erneut zu einer Entzündung führen.

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